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WIG oder MIG schweißen: Unterschiede im Überblick

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WIG-Schweißen (links) und MIG-Schweißen (rechts) im Vergleich

Ob ein Auftrag mit WIG oder MIG geschweißt wird, entscheidet über Nahtbild, Tempo und darüber, welcher Schweißer ihn ausführen darf. Hier steht, wie sich beide Verfahren unterscheiden und welches zu welcher Aufgabe passt.

WIG schweißen: wie das Verfahren arbeitet

Beim WIG-Schweißen (Wolfram-Inertgasschweißen, Verfahren 141 nach EN ISO 4063) brennt der Lichtbogen zwischen einer Wolframelektrode und dem Werkstück. Die Elektrode schmilzt nicht ab. Ein inertes Schutzgas, meist Argon, schützt das Schmelzbad. Den Zusatzwerkstoff führt der Schweißer als Stab mit der zweiten Hand zu.

Das Verfahren ist langsamer, aber der Schweißer steuert Wärme und Schmelzbad sehr genau. Das Ergebnis sind saubere, spritzerarme Nähte. WIG kommt deshalb zum Einsatz bei:

  • dünnen Blechen
  • Wurzellagen in Rohrleitungen
  • Edelstahl, Aluminium und Titan
  • Bauteilen, bei denen das Nahtbild zählt, etwa in Lebensmittel- und Pharmaanlagen

MIG schweißen: wie das Verfahren arbeitet

Beim MIG-Schweißen (Metall-Inertgasschweißen, 131) läuft ein Draht kontinuierlich aus dem Brenner. Er ist Elektrode und Zusatzwerkstoff zugleich und schmilzt im Lichtbogen ab. Das Schutzgas strömt um den Draht.

Für unlegierte und niedriglegierte Stähle nimmt man aktives Schutzgas. Das Verfahren heißt dann MAG (Metall-Aktivgasschweißen, 135). Für Aluminium verwendet man inertes Gas, also MIG im engeren Sinn. Im Alltag sagt man oft MIG, wenn beides gemeint ist.

MIG und MAG sind schneller, weil der Draht nicht von Hand nachgeführt wird. Sie eignen sich für lange Nähte, dickere Querschnitte und Arbeiten mit hohem Volumen.

Der Unterschied in kurzen Sätzen

  • Elektrode: bei WIG nicht abschmelzend, bei MIG ein Draht, der abschmilzt
  • Zusatzwerkstoff: bei WIG ein Stab von Hand, bei MIG der Draht selbst
  • Tempo: MIG ist schneller, WIG genauer
  • Nahtbild: WIG liefert die feineren Nähte
  • Dicke: WIG für dünn, MIG ebenso gut für dick
  • Baustelle: Wind bläst das Schutzgas weg. Im Freien nimmt man deshalb oft Lichtbogenhandschweißen (E-Hand, 111) oder schützt den Arbeitsplatz

Edelstahl schweißen

Bei Edelstahl kommt es auf wenig Wärme und saubere Flanken an. Die Wurzel in einer Rohrleitung schweißt man meist mit WIG und schützt die Rückseite mit Formiergas, die Füll- und Decklagen je nach Anforderung mit WIG oder MIG. Edelstahl darf nicht mit Werkzeug in Berührung kommen, das zuvor Kohlenstoffstahl bearbeitet hat, sonst droht Fremdrost.

Aluminium schweißen

Aluminium ist eine eigene Aufgabe. Seine Oxidschicht schmilzt erst bei über 2.000 °C, das Metall selbst bei rund 660 °C. Beim WIG-Schweißen mit Wechselstrom bricht der Lichtbogen die Oxidschicht auf. Beim MIG-Schweißen braucht man Brenner und Drahtvorschub, die den weichen Draht sicher fördern. Wegen der hohen Wärmeleitfähigkeit verzieht sich das Bauteil leicht.

Welches Verfahren passt zu Ihrem Auftrag?

Das hängt von Werkstoff, Dicke, Nahtlänge und geforderter Norm ab. Als Faustregel gilt:

  • Dünn, sauber, Edelstahl, Aluminium, Titan, Wurzel: WIG
  • Lang, dick, hohes Volumen, Stahl: MIG/MAG
  • Im Freien oder auf der Baustelle: E-Hand

Ihre Spezifikation hat dabei Vorrang: Sie legt oft Verfahren und Schweißanweisung fest.

Was das für den Schweißer bedeutet

Das Verfahren ist eine Größe der Schweißerprüfung nach EN ISO 9606-1. Ein Schweißer, der für WIG (141) geprüft ist, ist damit nicht automatisch für MIG (131) oder MAG (135) geprüft, und umgekehrt. Nennen Sie deshalb in der Anfrage das Verfahren, das Ihr Auftrag verlangt, und nicht bloß „einen Schweißer“.

Unsere Verfahren

MetalBraga schweißt mit WIG, MIG und Lichtbogenhandschweißen in Kohlenstoffstahl, Edelstahl, Aluminium und Titan. Mehr dazu auf der Seite Schweißarbeiten und Schweißer. Wenn Sie Ihren Auftrag schildern möchten, schreiben Sie uns.

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